Der unter Herzog Maximilian I. zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaute Raum war zu seiner Zeit der größte und bedeutendste Festsaal der Residenz und ein Ort von höchstem zeremoniellen Rang.
Die Decke ist mit einem umfangreichen, von Peter Candid und seiner Werkstatt geschaffenen Bilderzyklus versehen.

Thema des Bildprogramms ist die auf Vernunft und Tugend gegründete Herrschaft des Fürsten. Die Figuren der drei Hauptbilder verkörpern Herrschaft, Weisheit und Ruhm. Da die drei mittleren Deckenbilder 1944 verbrannten, sind sie heute durch Reproduktionen ersetzt.
In den von dem niederländischen Wirker Hans van der Biest geschaffenen Wandteppichen wird der Gedanke fürstlicher Tugend weitergeführt. Hier sind heldenhafte Figuren der Antike und des Alten Testaments dargestellt, die dem Herrscher ein Vorbild sein sollen. Auch der Gemäldezyklus im Fries darüber zeigt Ereignisse der antiken und biblischen Geschichte, die im 17. Jahrhundert als Beispiele tugendhaften Verhaltens galten.
Das moralisierende Bildprogramm des Kaisersaals fand seinen Abschluss in einer Statue aus rotem Porphyr, die einst auf dem Kamin stand. Sie symbolisierte die Tugend schlechthin, lateinisch: "Virtus".

In den Kaisersaal gelangte man im 17. Jahrhundert vom Kaiserhof über die großzügig angelegte, prachtvoll ausgestattete Kaisertreppe.
Während im Bildprogramm des Kaisersaals das Thema herrscherlicher Tugend im Mittelpunkt steht, wurde bei der Ausgestaltung der Kaisertreppe der Bezug zur bayerischen und besonders zur Wittelsbacher Geschichte hergestellt.
Der um 1614 erbaute Vierschimmelsaal war als Vorsaal zu den Steinzimmern ursprünglich die kaiserliche Tafelstube. Hier speiste der Kaiser zusammen mit den höchsten Würdeträgern seines Hofstaates, wenn er in der Residenz zu Gast war. Bei solchen Anlässen war der Raum mit kostbaren Wirkteppichen geschmückt.

Seinen Namen erhielt der Vierschimmelsaal nach dem verlorenen Mittelbild der Decke, das Apoll auf seinem von vier Schimmeln gezogenen Sonnenwagen zeigte. Dieses mittlere, der Sonne gewidmete Bild, war ursprünglich von sechs Deckengemälden umgeben, welche die damals bekannten Planeten in der Gestalt verschiedener Götter darstellten. Die menschlichen Tätigkeiten, die man den einzelnen Göttern zuordnete, sind in den Gemälden des niederländischen Malers Paolo Fiammingo an den Wänden dargestellt. Diese Bilder gehören allerdings nicht zur originalen Raumausstattung. Ursprünglich waren die Wände des Vierschimmelsaals mit Scagliola, das heißt mit Tafeln aus bunten Stuckmarmorintarsien, verkleidet.