Die 1385 errichtete Burg im Nordosten der damaligen Stadt, die so genannte Neuveste, bildete den Kern der heutigen Residenz. Von hier aus dehnten die Herrscher die Anlage zu einem großen, um mehrere Höfe gruppierten Baukomplex aus. Die nachstehende Zeittafel gibt einen Überblick über die Bauperioden unter den jeweiligen Herzögen, Kurfürsten und Königen.
Herzog Stephan III. der Kneissl (reg. 1375-1392) bis Herzog Wilhelm IV. (reg. 1508-1550)
Errichtung der Neuveste 1385
Stufenweiser Ausbau bis ins 16. Jahrhundert (Teile unter dem Apothekenhof und dem Ostflügel des Festsaalbaus erhalten)
Errichtung des Antiquariums 1568-1571 nach Entwürfen von Jacopo Strada und Simon Zwitzel als Saal für die herzogliche Sammlung antiker Skulpturen
Ballhaus (nur Kellergewölbe erhalten)

Hofkunstintendant: Friedrich Sustris
Reichere Ausgestaltung des Antiquariums 1581-1600
Grottenhoftrakte 1581-1586
Schwarzer-Saal-Bau um 1600
Erbprinzentrakt und Witwenstock 1580-1581 an der Residenzstraße (nicht erhalten)

Hofkunstintendant: Hans Krumper
Erdgeschossräume an der Residenzstraße (um 1600), die heute die Paramentensammlung sowie Meisterwerke der Bronzekunst beherbergen und Fassade an der Residenzstraße 1612-1616
Hofkapelle 1601-1603, Chor 1630
Reiche Kapelle 1607
Kaiserhoftrakte 1612-1616 mit Kaisertreppe, Kaisersaal, Vierschimmelsaal, Steinzimmern und Trierzimmern
Hofdamenstock mit Altem Herkulessaal zwischen Kaiser- und Kapellenhof
Brunnenhofumbauung mit Charlottengang 1613-1615
Charlottengang 1613-1615 und Großer Hirschgang (nicht erhalten) am Apothekenhof
Anlage des Hofgartens nördlich der Residenz ab 1613

Goldener-Saal-Trakt 1666-1667 an der Residenzstraße
Appartement der Kurfürstin, so genannte Päpstliche Zimmer, 1666-1667
Hofarchitekt: Henrico Zuccalli
Alexander- und Sommerzimmer 1680-1685 (nicht erhalten)
Renovierung von Vierschimmelsaal und Steinzimmern nach Brand 1690-1700
Cäcilienkapelle 1693-1704 (Raumschale nach Kriegszerstörung rekonstruiert)
Hofarchitekten:
Joseph Effner und François Cuvilliés d.Ä.
Ahnengalerie 1726-1730
Reiche Zimmer mit Grüner Galerie und Miniaturenkabinett 1726-1737
Hofarchitekten: Johann Baptist Gunetzrhainer und François Cuvilliés d.Ä.
Neugestaltung der Kurfürstenzimmer über dem Antiquarium 1746-1748 und 1760-1763
Cuvilliés-Theater 1751-1755

Anlage des Englischen Gartens als Volksgarten ab 1789 durch Friedrich Ludwig von Sckell anstelle der ehemaligen herrschaftlichen Jagdgebiete in den Isarauen unweit der Residenz
Hofgartenzimmer anstelle von Kaiser- und Vierschimmelsaal 1799-1816 durch Charles-Pierre Puille und Andres Gärtner (nicht erhalten)
Staatsratszimmer entlang der Residenzstraße 1810, (nicht erhalten, heute: Silberkammern)
Umgestaltung des Alten Herkulessaals 1814-1816 durch Andreas Gärtner (heute: Max-Joseph-Saal )
Ausgestaltung der Charlottenzimmer am Brunnenhof 1814 (teilweise erhalten)
Hofreitschule am Marstallplatz 1817-1822 durch Leo von Klenze
Königliches Hof- und Nationaltheater 1811-1825 durch Karl von Fischer und Leo von Klenze
Hofarchitekt: Leo von Klenze
Abbruch der Reste der 1750 abgebrannten Neuveste und Abbruch des Witwenstocks
Königsbau mit den königlichen Appartements und den Nibelungensälen 1826-1835
Allerheiligen-Hofkirche 1826-1835
Festsaalbau mit Apothekenflügel 1835-1842 (nur Fassaden erhalten)

Wintergarten zwischen Königsbau und Nationaltheater 1854 durch Franz Jakob Kreuter und August von Voit (nicht erhalten)
Wohnappartement im nordwestlichen Pavillon am Odeonsplatz 1866-1869 durch Franz Seitz (nicht erhalten)
Wintergarten 1868-1869 über dem Kaisersaaltrakt (nicht erhalten)
Alte Schatzkammer 1897 durch Julius Hofmann (heute: Kasse / Museumsladen)
Technische Modernisierungen vor allem im Königsbau (elektrische Beleuchtung, Zentralheizung, Wasserleitung, Aufzug)
König Ludwig III. verlässt nach Ausrufung der Republik durch Kurt Eisner am 7.11.1918 die Residenz.
1920: Eröffnung des Residenzmuseums
1944: Kriegszerstörung
Von 23.000 qm Dachfläche bleiben nur 50 qm übrig.
Das in verschiedene Bergungsdepots ausgelagerte Kunstinventar bleibt zu einem großen Teil erhalten.
1945: Beginn des Wiederaufbaus
1953: Herkulessaal (Konzertsaal) anstelle des zerstörten Thronsaals Ludwigs I. im ehemaligen Festsaalbau
1958: Wiedereröffnung des Cuvilliés-Theaters am Brunnenhof, Wiedereröffnung des ersten Abschnitts des Residenzmuseums und der Schatzkammer
1966-1979: Wiedereröffnung weiterer Abschnitte des Residenzmuseums
1980: Wiederherstellung der Königsbauappartements
1985: Wiederherstellung des Kaisersaaltrakts
2001: Wiederherstellung des Miniaturenkabinetts der Reichen Zimmer
2002: Öffnung des Königsbauhofs und Neugestaltung des Eingangsbereichs des Residenzmuseums
2003: Wiedereröffnung der Allerheiligen-Hofkirche als Veranstaltungsraum, Neugestaltung des Kabinettsgartens