Als Kurfürst Max IV. Joseph von Bayern 1806 erster bayerischer König geworden war, hatte er keine diesem neuen Rang entsprechende königliche Residenz.
Er ließ zwar einzelne Raumfluchten umbauen und neu ausgestalten; aber erst sein Sohn, König Ludwig I., erweiterte die Residenz nach seinem Regierungsantritt 1825 durch Neubauten. Die Verehrung des Königs für Italien und die Renaissance bestimmte den Baustil, besonders der Hauptfassade am Max-Joseph-Platz, die der Architekt Leo von Klenze aus Elementen des Palazzo Pitti und des Palazzo Rucellai in Florenz gestaltete. 1826 wurde der Grundstein gelegt, 1835 war der Königsbau vollendet.

Gemälde "König Ludwig I. im
Krönungsornat",
Joseph Stieler
1828
Die Wohnappartements von König und Königin liegen im Hauptgeschoss des Königsbaus. Neu ist, dass die königlichen Gemächer gleichsam »vor dem Auge des Volkes« liegen; auch dies war Absicht des Königs, der sich als Frühaufsteher rühmte: "Mein Licht ist immer das erste, wenn ich morgens auf den Max-Joseph-Platz hinaus sehe, dann kommen erst nach und nach die Lichter aus den Bürgerhäusern." Bereits zu Lebzeiten König Ludwigs I. konnte der Königsbau nach Voranmeldung immer dann besichtigt werden, wenn das Königspaar abwesend war. Mit dieser Geste der Offenheit wollte Ludwig I. sein Königtum dem Volk vor Augen führen.
Der König bestimmte auch das Bildprogramm der malerischen Ausstattung seiner Gemächer: Die königliche Raumfolge ist ganz Themen der klassischen und zwar der griechischen Dichtung gewidmet, während die Räume der Königin Bildprogramme aus den Blütezeiten der deutschen Dichtung enthalten.



Thronsaal des Königs
Tischuhr mit Reiter
aus
dem
Salon
de Service
der
Königin Therese
Salon der Königin
Die gesamte Innenausstattung der beiden Appartements bis hin zur Wandgestaltung und zum Mobiliar entwarf der Architekt des Königsbaus, Leo von Klenze, der bedeutendste Vertreter des Klassizismus in München, in einheitlichem Stil. Die Möbel wurden in den Jahren 1834/35 ausschließlich von Münchner Tischlern und Bildhauern gefertigt.
Anhand eines Rauminventars aus dem Jahr 1835 konnten die 1944 stark zerstörten Räume bis 1980 wieder so möbliert und ausgestattet werden, wie sie 1835, also im Jahr der Vollendung des Königsbaues, ausgesehen haben. Damit konnte ein einzigartiges Ensemble des Spätklassizismus für München wiedergewonnen werden.
Wegen der Sanierung des Königsbaus können die Prunkappartements derzeit nicht besichtigt werden.