
Maximilian von Bayern
als
Erbprinz,
München,
um 1594/95
Dieser Saal wurde wahrscheinlich schon unter Herzog Wilhelm V. im späten 16. Jahrhundert errichtet. Seinen heute gebräuchlichen Namen "Schwarzer Saal" erhielt er erst viel später, nach den unter Herzog Maximilian I. 1623 eingebauten schwarzen Stuckmarmorportalen.
In älteren Quellen wird der Raum – bezogen auf die Deckenmalerei – auch als "Perspektiv-Saal" bezeichnet. 1602 hat der Maler Hans Werl die flache Decke des niedrigen Saales mit einer Architekturmalerei illusionistisch nach oben erhöht. Doch nur, wenn man genau in der Mitte des Raumes steht, "stimmt" die zentralperspektivisch angelegte Architekturillusion.

Diese Perspektivmalerei steht am Beginn der barocken Deckenmalerei in Süddeutschland, denn erstmals wurde hier nach italienischen Vorbildern die gesamte Decke eines Raumes mit einer einheitlichen, konsequent illusionistischen Architekturmalerei versehen. Hans Werl hatte seinen Entwurf in Öl auf Leinwände gemalt, die auf Holzrahmen an die Decke montiert waren.
Nach der vollständigen Zerstörung des Saales im Zweiten Weltkrieg hat Karl Manninger die Malerei originalgetreu rekonstruiert, jedoch in Fresko-Secco-Technik, d.h. direkt auf den Putz des Deckenspiegels.