Von Kriegszerstörungen war die Münchner Residenz in ihrer nahezu 600jährigen Geschichte bis in unsere Zeit verschont geblieben. Zwar hat es im 17. und 18. Jahrhundert verheerende Feuersbrünste gegeben, schlimmer als durch all diese Brandkatastrophen wurde der ehemalige Wohn- und Regierungssitz der bayerischen Herrscher jedoch durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg getroffen: Der Fortbestand der Residenz war in Frage gestellt.

Antiquarium
Am 18. März 1944 musste der Gebäudekomplex die ersten schweren Bombentreffer hinnehmen. Bei einem Luftangriff in der Nacht vom 24. auf den 25. April 1944 wurde dann die Residenz - zusammen mit einem großen Teil der Münchner Innenstadt - durch Bombentreffer nahezu vollständig zerstört. Von rund 23.000 qm Dachfläche war ein Rest von etwa 50 qm übrig geblieben, die Obergeschossräume waren fast alle ausgebrannt, im Erdgeschoss hatten Sprengbomben und Luftminen die Gewölbe in zahlreichen Räumen - etwa im Antiquarium - zum Einsturz gebracht. Bis zum Kriegsende kamen weitere Zerstörungen und Schäden hinzu.

Früherer Thronsaal
Bereits am 25. Mai 1944 wurde ein Baubüro gegründet, das die erhaltene Bausubstanz und die noch verbliebenen Räume sichern, Fundstücke sichten, bergen und inventarisieren sowie den späteren Wiederaufbau vorbereiten sollte. Die überragende kunst- und kulturhistorische Stellung der Münchner Residenz als Gesamtkunstwerk, ihre außerordentliche städtebauliche Bedeutung und die Tatsache, dass der größte Teil des im Krieg ausgelagerten mobilen Kunstgutes gerettet worden war, ließen den Wiederaufbau und die Rekonstruktion des Gebäudekomplexes nach regen Diskussionen in Fachkreisen und in der Öffentlichkeit nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig erscheinen.

Wiederaufbauarbeiten in den
Trierzimmern
Zuständig für den Wiederaufbau war die der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen unterstehende Bauleitung der Residenz München, ein Stab von Architekten, Zeichnern und Bauführern, der die schwierigen Arbeiten in engem Kontakt mit den Kunsthistorikern der Verwaltung und gestützt auf die Fähigkeiten der zu diesem Zweck gegründeten Werkstätten mit Bildhauern, Malern, Vergoldern, Schreinern, Stukkateuren, Schlossern u.a. zu bewältigen hatte.
Gleichzeitig mit dem Wiederaufbau und der Wiederherstellung der Schauräume erfolgte die Restaurierung des kostbaren Kunstgutes, und zwar zum größten Teil ebenfalls in Werkstätten der Verwaltung. Beim Wiederaufbau wurden aber auch noch andere Zwecke verfolgt. Durch Konzerte, Theater und andere Veranstaltungen sollte die Münchner Residenz ganz allgemein zu einem kulturellen Zentrum im Herzen der Stadt werden. Hierfür waren entsprechende Räumlichkeiten einzuplanen.
Eine Aufstellung der wichtigsten Etappen des Wiederaufbaus finden Sie in unter
Residenz München / Baugeschichte.
Wegen der Sanierung des Königsbaus kann die die Dauerausstellung "Zerstörung und Wiederaufbau" derzeit nicht besichtigt werden.