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Die zehn Höfe der Residenz

Bild: Grundriss Informationen zum Grottenhof Informationen zum Kapellenhof Informationen zum Brunnenhof Informationen zum Kaiserhof Informationen zum Apothekenhof Informationen zum Puderhöfchen Informationen zum Königsbauhof Informationen zum Küchenhof Informationen zum Kabinettsgarten Informationen zum Comité-Hof

Grottenhof

Bild: GrottenhofVon 1581 bis 1589 ließ Herzog Wilhelm V. im Anschluss an das unter Herzog Albrecht V. erbaute Antiquarium einen Sommerpalast um einen Gartenhof errichten. Dieser Binnenhof erhielt nach der an der westlichen Antiquariumsfassade angelegten Brunnen- und Muschelwand den Namen Grottenhof.


Kapellenhof

Herzog Maximilian I. ließ westlich der Grottenhofbauten Wilhelms V. von 1603 bis 1630 die Residenzhofkapelle erbauen. Nach ihr ist der schmale Hof, den man von der Residenzstraße her durch ein mächtiges, von zwei Löwen flankiertes Portal betritt, benannt.


Brunnenhof

Bild: BrunnenhofDer unter Herzog Albrecht V. errichtete Antiquariumstrakt bildet den Südflügel einer unter Herzog Maximilian I. arrondierten Hofanlage. Nach der im Zentrum des achtseitigen Hofes platzierten Brunnenanlage, die von einer Bronzestatue Herzog Ottos I., des ersten bayerischen Herzogs aus dem Haus Wittelsbach, bekrönt wird, erhielt der seinerzeit für Turniere und als Kutschenauffahrt genutzte Hof mit den charakteristischen Giebelarchitekturen an den Schmalseiten seinen Namen.


Kaiserhof

Bild: Kaiserhof1612 bis 1618 ließ Herzog Maximilian I. die Trakte um den Kaiserhof errichten. Der Nordtrakt nahm die Eingangs- und Empfangsräume auf. Über die Kaisertreppe gelangte man in das erste Obergeschoss und den Kaisersaal mit dem sich anschließenden Vierschimmelsaal. In den Appartements im Ost- und Westtrakt (heute Trier- und Steinzimmer) waren Gästeappartements angelegt. Die Raumfolge im Westtrakt war Kaiserbesuchen vorbehalten. Seinerzeit war der Kaiserhof nur bei hochrangigen zeremoniellen Anlässen geöffnet.


Apothekenhof

Unter Herzog Maximilian I., der Teile der Neuveste niederlegen und durch Korridore mit den Kaiserhoftrakten verbinden ließ, entstand östlich des Kaiserhofes der damals so genannte Küchenhof. Ab 1832 wurden unter König Ludwig I. durch den Architekten Leo von Klenze neue Trakte im Anschluss an den Nordflügel des Kaiserhofes und gegen den Marstallplatz errichtet. Während der Festsaalbau auf der Nordseite die Repräsentationsräume der Monarchie aufnahm, war im südlichen Teil des Ostflügels die Hofapotheke untergebracht, in der Max von Pettenkofer (1818-1901) wirkte. Seither hat sich der Begriff Apothekenhof eingebürgert.


Puderhöfchen

Das kleine dreieckige Höfchen zwischen dem Antiquarium, den Grottenhoftrakten mit den Reichen Zimmern im Obergeschoss und der Grünen Galerie erhielt seinen Namen nach einem Kabinett, in dem die im 18. Jahrhundert, im Zeitalter des Rokoko, getragenen Perücken weiß gepudert wurden. Dieses Puderkabinett, das von den rückwärtigen Räumen der im Obergeschoss des Antiquariumstraktes liegenden Kurfürstenzimmer aus zugänglich war, wurde 1944 zerstört. Das mit einem Glasdach überbaute Höfchen ist nicht zugänglich.


Königsbauhof

Bild: KönigsbauhofMit Errichtung des Königsbaues am Max-Joseph-Platz, der nach Entwürfen des Architekten Leo von Klenze von 1826 bis 1835 als Wohnpalast für König Ludwig I. erbaut wurde, entstand an Stelle einer älteren Gartenanlage der seither so genannte Königsbauhof, dessen östlichen Abschluss die von 1731 bis 1733 nach Entwürfen von François Cuvilliés d.Ä. errichtete Grüne Galerie bildet.


Küchenhof

Der hinter der Grünen Galerie und der 1897 unter Prinzregent Luitpold errichteten Alten Schatzkammer (heute Museumskasse) gelegene Küchenhof erhielt seinen Namen nach der seinerzeit im Erdgeschoss des Königsbaues untergebrachten Küche. In den ehemaligen Küchenräumen wurde nach den Kriegszerstörungen der Residenz 1944 im Zuge des Wiederaufbaus die Schatzkammer der Münchner Residenz eingerichtet.


Kabinettsgarten

Bild: KabinettsgartenZwischen den nach 1832 errichteten klassizistischen Trakten auf der Ostseite des Apothekenhofes und der Allerheiligen-Hofkirche entstand ein Hof, der durch eine Mauer gegen den Marstallplatz abgegrenzt war und nur durch eine schmale Öffnung betreten werden konnte. Als abgeschlossener Gartenraum erhielt er die Bezeichnung Kabinettsgarten; er ist seit Abschluss der Neugestaltung im Jahr 2003 öffentlich zugänglich.


Comité-Hof

Bild: Comité-HofIm Zweiten Weltkrieg wurde das von François Cuvilliés d.Ä. zwischen 1751 und 1755 errichtete Cuvilliés-Theater zerstört. Die ausgelagerten und deshalb geretteten Logenverkleidungen des Zuschauerraumes wurden beim Wiederaufbau der Residenz im so genannten Apothekenstock eingebaut. Zwischen dem Theaterraum und dem Brunnenhof wurden um einen neu angelegten, achteckigen Bereich, das sogenannte Zierhöfchen, Foyer- und Garderobenräume angeordnet.

Im Rahmen der 2008 abgeschlossenen Sanierung des Cuvilliés-Theaters wurde das Zierhöfchen umgestaltet und erhielt ein Glasdach. Außerdem wurde es in "Comité-Hof" umbenannt, nach dem "Comité Cuvilliés", einer Initiative von Privatleuten, die mit der Sammlung von Spenden dazu beitrugen, die Sanierung des Cuvilliés-Theaters zu ermöglichen.

 

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