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Grundriss Residenz München

Residenzmuseum

Sammlungen

Aktueller Hinweis

Die Kollektion europäischen Porzellans kann wegen der Sanierung des Königsbaus bis auf Weiteres leider nicht besichtigt werden. Ausgewählte Stücke aus dem 18. Jahrhundert werden derzeit im Anschluss an die Reichen Zimmer in Raum 66 präsentiert.

 


Ostasiensammlung (Räume 15-20)

Bild: Als Schreibzeug montiertes Blanc-de-Chine-Porzellan
Bild: Flasche mit unterglasurblauer Bemalung, Detail
Bild: Schale aus Blauweiß-Porzellan
Bild: Löwe aus japanischem Porzellan mit Kerzenhalter, Detail
Bild: Mirror-Black-Vasensatz mit Golddekor
Bild: Große Schale mit szenischen Darstellungen, Detail
Bild: Chinesisches Löwenpaar mit Vasen auf dem Rücken

Die von den Herrschern des Hauses Wittelsbach zusammengetragene Ostasiensammlung beinhaltet über 500 Stücke ostasiatischen Porzellans und einige Lackarbeiten. Die meisten Exponate wurden um 1700 von Kurfürst Max Emanuel erworben.

Die frühesten Porzellane der Residenz sind die blauweißen chinesischen Schalen und Teller der Ming-Dynastie, die um 1600 entstanden. Die Sammlung umfasst daneben japanisches Porzellan sowie chinesisches Imari-Porzellan, das eigens für den europäischen Markt nach japanischen Vorbildern hergestellt wurde. Zu den besonderen Schätzen der Sammlung gehören die zahlreichen Stücke mit französischen, feuervergoldeten Bronzemontierungen, die die Kostbarkeit des Porzellans noch steigern.


Europäische Miniaturen: Sammlung Nottbohm (Raum 22)

Bild: Bildnis eines Knaben, Richard Cosway, um 1790
Bild: Miniaturgemälde "Trost in der Einsamkeit", Niclas Lafrensen, um 1780
Bild: Landschaftscapriccio von Francesco Guardi, nach 1780
Bild: Miniaturbildnis einer Dame auf einem Kanapee, Jean Baptiste Jacques Augustin, 1791

Nur wenige Museen weltweit bieten die Möglichkeit eines umfassenden Überblicks über die Vielfalt der Miniaturmalerei. Daher kommt der Sammlung Nottbohm in der Residenz München besondere Bedeutung zu.

Das passionierte Sammlerehepaar Klaus und Helga Nottbohm hat eine reiche Kollektion zusammengetragen, die auf höchstem Niveau Beispiele vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Photographie die Kunst der Miniatur verdrängte, vereint.

Die Sammlung umfasst in erster Linie Porträtdarstellungen, aber auch Themen wie Stillleben oder Landschaften. Das Spektrum der künstlerischen Techniken reicht dabei von Wasserfarben auf Pergament oder Elfenbein über Ölmalerei auf Silber und Kupfer bis hin zur Email-Malerei.


Silbersammlung (Räume 100-103)

Bild: Sogenanntes "Bamberger Tafelsilber", Augsburg, um 1770
Bild: Terrine aus dem Tafelservice Herzog Karls II. August, Detail
Bild: Terrine, Detail
Bild: Chocolatière, Detail
Bild: Runde Deckelterrine, Detail

In den Silberkammern der Residenzen wurde das Gebrauchssilber aufbewahrt, das als Tafelsilber einer fürstlichen Hofhaltung freilich immer hohen Kunstwert besaß. Mit noch heute rund 3500 erhaltenen Stücken gehört die Silberkammer der Münchner Residenz zu den bedeutendsten in Europa.

Da das höfische Silber zugleich Teil des Staatsschatzes war, wurden die kostbaren Service in Zeiten finanzieller Krisen immer wieder eingeschmolzen und zu Münzen geprägt. Oft wurden auch ältere Bestände zu "modernen" Service umgearbeitet.

Während des Dreißigjährigen Krieges gingen große Teile des damaligen Münchner Silberschatzes verloren. Eine große Bereicherung bot dagegen das Silber aus dem Besitz der Pfälzer Wittelsbacher, die seit 1777 als Kurfürsten von Pfalz-Bayern in München regierten. Einen weiteren Zuwachs stellten die umfänglichen Tafelservice aus den 1803 säkularisierten Fürstbistümern Bamberg und Würzburg dar.

Einen Höhepunkt der Sammlung bildet das 502 Teile umfassende, silbervergoldete Tafelservice König Max I. Joseph. Dieses herausragende klassizistische Ensemble fertigten die Pariser Goldschmiede Martin-Guillaume Biennais und Jean-Baptiste-Claude Odiot ursprünglich 1807-1809 für König Jérôme von Westfalen, den Bruder Kaiser Napoleons. Kurz darauf wurde es vom bayerischen Hof erworben.


Reliquiensammlung (Raum 95)

Bild: Reliquienschränkchen, München, 1624
Bild: Vase aus Silber
Bild: Reliquienbüste des heiligen Mauritius von Christoph Angermair, München, um 1630
Bild: Weihwassergefäß in Altarform

Reliquien sind – wörtlich übersetzt – "Überreste". Damit werden in der Regel nicht nur Gebeine eines Heiligen bezeichnet, sondern auch Gegenstände, die zu seinem unmittelbaren Lebensumfeld gehörten oder in enge Berührung mit ihm kamen.

Die Sammlung der Münchner Residenz entstand im Zeitalter der Gegenreformation. Wilhelm V. erhielt bereits 1577 die erforderliche päpstliche Erlaubnis, Reliquien zu erwerben. Sein Sohn, Maximilian I., erweiterte den Bestand und verwahrte die Reliquiare (kostbare Behälter zur Aufbewahrung von Reliquien) in der Reichen Kapelle, seinem privaten Andachts- und Gebetsraum.

Bis ins 19. Jahrhundert galten die "Heiltümer" als der kostbarste Schatz der Residenz. Erhalten sind bis heute etwa 60 Reliquiare aus der Zeit um 1590 bis 1640. Darunter befinden sich herausragende Werke von Münchner und Augsburger Goldschmieden.

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