
Kurfürst Max III. Joseph mit
Hoftheaterintendant
Joseph
Ferdinand Graf von Seeau (Salern);
Georges Desmarées, 1755
Bis 1599 war in diesen Räumen die herzogliche Bibliothek untergebracht. Später diente die Raumfolge als Wohnung des Kurprinzen, der hier jeweils solange wohnte, bis er die Regierung antrat und in das dem Herrscher vorbehaltene Appartement umzog.
Erst Kurfürst Max III. Joseph brach mit dieser Tradition und blieb auch nach seinem Regierungsantritt 1745 zusammen mit seiner Gemahlin Maria Anna in diesen Räumen. Um als regierender Landesherr Bayerns in der ehemaligen Kurprinzen-Wohnung angemessen repräsentieren zu können, ließ Max III. Joseph die Räume 1746 durch Johann Baptist Gunetzrhainer ausbauen und modernisieren.
Etwa 15 Jahre später wurde François Cuvilliés nochmals mit der Erneuerung der Einrichtung im Stil des Rokoko beauftragt.

Audienzzimmer des Kurfürsten
Sowohl der Kurfürst als auch die Kurfürstin verfügten über ein eigenes Appartement. Die Appartements wurden jeweils von den entgegensetzten Enden her betreten und trafen in der Mitte der Raumflucht aufeinander.
Im Zweiten Weltkrieg wurden auch die Kurfürstenzimmer zerstört. Aus dem erhaltenen Kunstgut sowie den Resten der Wandvertäfelungen konnten die Räume aber wenigstens in ihren wesentlichen Zügen wiederhergestellt werden. Viele Möbel, Bilder und Kunstobjekte, die heute in den Räumen zu sehen sind, gehören jedoch nicht mehr zur originalen Ausstattung.

Kommode mit musizierenden Putti,
Charles Cressent, Paris, um 1730-35

Kommode, Detail