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Grundriss Residenz München

Residenzmuseum

Kaisertreppe, Kaisersaal und Vierschimmelsaal (Räume 110-112)

 

Bild: Kaisersaal
Bild: Kaisertreppe, Decke, Detail
Bild: Vierschimmelsaal
Bild: Blick in den Kaisersaal
Bild: Kaisertreppe

Den Zugang zu den unter Maximilian I. eingerichteten Repräsentationsräume der frühbarocken Residenz erschloss die um 1616 vollendete Kaisertreppe, ein großzügig angelegtes, prachtvoll ausgestattetes Prunkstiegenhaus im Nordflügel des Kaiserhofs, dessen reiche Ausstattung die erlauchten Ahnen des Hauses Wittelsbach verherrlichte.

Die Kaisertreppe mündet am Vorplatz des gleichfalls unter Maximilian I. zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbauten Kaisersaals, des zu seiner Zeit größten und bedeutendsten Festraums der Residenz – ein Ort von höchstem zeremoniellen Rang.

Thema seines ausgefeilten Bildprogramms ist die auf Vernunft und Tugend gegründete Herrschaft des Fürsten. So zeigen die von dem niederländischen Wirker Hans van der Biest geschaffenen Wandteppiche heldenhafte Figuren der Antike und des Alten Testaments, die dem Herrscher ein Vorbild sein sollen. Auch der Gemäldezyklus im Fries darüber zeigt Ereignisse der antiken und biblischen Geschichte, die im 17. Jahrhundert als Beispiele tugendhaften Verhaltens galten. An der Decke wird der Gedanke fürstlicher Tugend in einem umfangreichen, von Peter Candid und seiner Werkstatt geschaffenen Bilderzyklus weitergeführt: Die Figuren der drei Hauptgemälde verkörpern Herrschaft, Weisheit und Ruhm, die erst die Tugend vollkommen macht. Da die drei mittleren Deckenbilder im Krieg verbrannten, sind sie heute durch Reproduktionen ersetzt.

Dieses moralisierende Bildprogramm des Kaisersaals fand seinen Abschluss in einer Statue , die einst auf dem Kamin stand und die "Virtus", die Tugend selbst, verkörperte.

Der westlich an den Kaisersaal anschließende Vierschimmelsaal wurde um 1614 errichtet. Ursprünglich diente er als Vorsaal der angrenzenden Steinzimmer, dem Gästeappartement für den Kaiser, wenn dieser zu Gast in der Münchner Residenz weilte. Bei solchen Gelegenheiten speiste der hohe Besucher im Vierschimmelsaal zusammen mit den höchsten Würdenträgern seines Hofstaates.

Seinen Namen erhielt der Vierschimmelsaal nach dem verlorenen Mittelbild der Decke, das Apoll auf seinem von vier weißen Hengsten gezogenen Sonnenwagen zeigte. Dieses mittlere, der Sonne gewidmete Bild, war ursprünglich von sechs Deckengemälden umgeben, welche die damals bekannten Planeten in der Gestalt verschiedener Götter darstellten.

1799 ließ man anstelle des frühbarocken Kaiser- und Vierschimmelsaals klassizistische Wohnräume für Max I. Joseph und seine Gemahlin Karoline von Baden einbauen. Nachdem diese sogenannten „älteren Hofgartenzimmer“ ihrerseits 1944 zerstört worden waren, rekonstruierte man bis 1985 auf Basis schriftlicher Quellen die zwei verlorenen Festräume des 17. Jahrhunderts und richtete sie mit den erhaltenen Gemälden und Wirkteppichen ein.

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